LEIKO IKEMURA - FLAME & FIRE
Vernissage
Freitag, 28. Oktober 18-21 Uhr
Ausstellung:
28. Oktober 2011 - 3. Februar 2012
Die Galerie Priska Pasquer freut sich eine Ausstellung der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura zu präsentieren. Der Titel der Ausstellung 'Flame & Fire' bezieht sich auf den Produktionsprozess der ausgestellten Skulptur 'head-r' als auch auf den Inhalt der in der Ausstellung gezeigten fotografischen Serie 'sh-h'.
Die Terrakottaskulptur 'head-r' von 2011 zeigt das Gesicht einer jüngeren Frau. Die Darstellung von weiblichen Wesen ist das zentrale Thema der Künstlerin. Diese finden sich in vielfältigen Formen ihrer Malerei, Zeichnung, Skulptur und Fotografie. Dabei verzichtet Leiko Ikemura auf die Darstellung eines bestimmten Individuums - oft sind es schlafende, ruhende, träumende Figuren in einem Zustand zwischen Aktivität und Passivität.
Dieser schwebende Zustand und die spezielle Atmosphäre des gesamten Oeuvres ist unter anderem Ausdruck der Begegnung zweier Kulturen. Das Werk von Leiko Ikemura entsteht in der Begegnung von asiatischer Ästhetik und westlicher Kultur. Ihre Arbeiten verweisen auf die grundlegend verschiedene Wahrnehmung der Wirklichkeit in der asiatischen Tradition: der Nicht-Trennung zwischen Figur und Raum, Subjekt und Objekt.
In diesem Sinne zeigt die Künstlerin ihre Figuren vor allem in der Malerei meist nur in Umrissen, als 'poröse, durchlässige Körper, die sich zum Umraum hin öffnen' (Pia Müller-Tamm). In vielen ihrer Figuren findet sich das Gefühl der Einsamkeit und Fremdheit aber auch der Leichtigkeit.
Über die Materialität der Terrakotta Skulptur 'head-r' vermittelt Leiko Ikemura einen anderen Zugang zur ihren Figuren. Das Gesicht zeigt mit seiner bewegt modellierten Oberfläche individuelle Emotionen, die als Ausdruck von Verletzlichkeit und Schutzlosigkeit gelesen werden können. Aber auch in ihren Skulpturen findet sich der Eindruck eines schwebenden und offenen Zustandes.
Die Fotografie ist seit Beginn der 1980er Jahre ein eigenständiger Bestandteil im Oeuvre der Künstlerin. Das Medium bietet Leiko Ikemura die Möglichkeit ein Motiv im Rahmen einer Serie zu variieren und in verschiedenen Formen durchzuspielen. Besonders ermöglicht die Fotografie der Künstlerin mit dem Thema Licht und Schatten zu experimentieren.
'Flamme' und 'Feuer' im Titel der Ausstellung verweisen sowohl auf den Brennprozess bei der Produktion der Terrakottaskulptur als auch auf die Serie 'sh-h' von Farbfotografien aus dem Jahr 1992. Die Serie zeigt schemenhafte, in ein rotes Licht getauchte, Schattenrisse eines kopfüber fotografierten Frauenkopfes mit langen Haaren. In den Aufnahmen wird das Physiognomische der fotografierten Personen auf das Äußerste reduziert. Die Köpfe erscheinen als abstrakte, doppeldeutige Formen; wir sehen sie als ein Spiel von Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe - und zugleich lassen sie sich als die Flammen einer Kerze lesen.
Kurzinformation
Leiko Ikemura, in der Kleinstadt Tsu in Japan geboren, verlässt 1972 Japan und geht nach Spanien. Studium der Malerei in Sevilla 1973-78. Übersiedlung in die Schweiz. Erste Ausstellungen unter anderem im Bonner Kunstverein. 1983 'Stadtzeichnerin' in Nürnberg. 1985 Wechsel nach Köln. Seit 1991 Professorin für Malerei an der Universität der Künste, Berlin. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Köln und Berlin.
Die Arbeiten von Leiko Ikemura sind vielfach im In- und Ausland augestellt worden. Derzeit wird in Japan eine umfangreiche Retrospektive der Künstlerin gezeigt. Im Anschluss an das National Museum of Modern Art, Tokyo, ist die Retrospektive im Mie Prefectural Art Museum, Mie, zu sehen.
Weitere Einzelausstellungen unter anderem im Musée cantonal des Beaux-Arts, Lausanne, 2001; Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz, 2002; Erzbischöfliches Diözesanmuseum Kolumba, Köln, 2006; Vangi Sculpture Garden Museum, Shizuoka, 2006; Langen Foundation, Neuss, 2007. 'August-Macke-Preis' der Stadt Arnsberg, 2009.