August Sander - Portrait und Architektur
Vernissage
Freitag, den 7. November von 18:30 – 21 Uhr
Ausstellung
8. November bis 27. November 2008
Mit der Ausstellung 'August Sander – Portrait und Architektur' widmet die Galerie Priska Pasquer die zweite Einzelausstellung dem Werk von August Sander (1876 – 1964).
Gezeigt wird eine Auswahl der bekanntesten Arbeiten aus August Sanders epochalen Gesellschaftsportrait 'Menschen des 20. Jahrhunderts'. Mit diesem mehrere Jahrzente umspannenden (und letztenendlich unvollendenten) Projekt verfolgte August Sander das Ziel ein umfassendes Portrait der deutschen Gesellschaft zu erstellen. Schon eine erste Vorabpulikation 1927 unter dem Titel 'Antlitz der Zeit' faszinierte August Sanders Zeitgenossen wie Rezensionen von Kurt Tucholsky oder Thomas Mann belegen.
Grundlage seines Werkes war die Idee einer hierachisch organisierten Gesellschaft. Dieser Idee folgend ist 'Menschen des 20. Jahrhunderts' als ein typologischer Katalog nach sieben archetypischen Kategorien organisiert: 'Der Bauer', 'Der Handwerker', 'Die Frau', 'Die Stände', 'Die Künstler', 'Die Großstadt' und 'Die letzten Menschen'.
Ziel war es mittels der Fotografie die Individualiät der Portraitierten einzufangen diese zugleich als typische Vertreter einer bestimmten Gesellschaftschicht und Berufsgruppe darzustellen.
Bis heute hat das Portraitwerk von August Sander einen entscheidenen Einfluss auf die Fotografie, das sich neben der Qualität der einzelnen Portraits vor allem durch Sanders methodische Vorgehensweise auszeichnet.
Neben seinem Hauptwerk, der Porträtfotografie hat August Sander einen großen Bestand an Architekturfotografien geschaffen. Parallel zu 'Menschen des 20. Jahrhunderts' entstand in den 1920er Jahren der Plan zu einem Mappenwerk unter dem Titel 'Köln wie es war', welches erst 1946-52 fertig gestellt werden konnte.
Ziel von 'Köln wie es war' war die überzeitliche Darstellung der Stadt Köln. Der Aufbau des Mappenwerkes zeigt ein ähnlich typologische Vorgehensweise wie in der Porträtfotografie. Die Themen der Mappen reichen vom Dom als dem Zentrum und Angelpunkt der Stadt, über Mappen mit sakralen und profanen Gebäuden bis hin zu Rheinansichten und Panoramaaufnahmen. Die Aufnahmen zeigen unterschiedlichsten Perspektiven und Darstellungsweisen. Diese reichen von erhabenen, klassischen Architekturaufnahmen, über Detailansichten und dramatischen Stadtbilder bis hin zu Fotografien mit Einflüssen der Neuen Sachlichkeit.
Insgesamt erscheint die Serie weniger streng als das Porträtwerk und dennoch manifestiert sich auch in diesem Sujet die konzeptuelle Arbeitsweise von August Sander, die sein Oeuvre zu einem Markstein in der Fotogeschichte des 20. Jahrhunderts werden ließ.
